Volitions-Trainings umfassen insgesamt sechs Komponenten, die je nach Fragestellung unterschiedlich gewichtet werden.
Mit dem Erlernen der Fähigkeit zu systematischer Selbsteinschätzung wird die Grundlage eines Volitions-Trainings gelegt. Die TeilnehmerInnen müssen lernen, systematisch Daten über ihr eigenes Verhalten zu sammeln, damit eine Basis für die Selbstbewertung und Bekräftigung etabliert wird. Hat z.B. eine Führungskraft den Eindruck, dass sie eine Vielzahl unproduktiver Auseinandersetzungen mit Kolleginnen, d.h. den LeiterInnen anderer Abteilungen führt, dann sollte sie für einen bestimmten Zeitraum täglich jede als unproduktiv eingestufte Auseinandersetzung zusammen mit einer genauen Beschreibung der Umstände, unter denen sie ablaufen, notieren. Auf diesem Weg entsteht Einsicht in die Ursachen des eigenen Verhaltens, kritische Verhaltensweisen werden ermittelt und gleichzeitig der zu verändernde Ausgangszustand (die "baseline") festgelegt.
Nachdem in der Phase der Selbsteinschätzung die Verhaltensweisen ermittelt wurden, die zu ändern sind, müssen Ziele der Änderung gesetzt werden, wodurch das Verhalten eine eindeutige Ausrichtung erhält. Zum Beispiel sollte der Manager präzise festlegen, welche Art und Frequenz von Kontakten mit seinen Kollegen er von sich aus initiieren will. Wichtig ist dabei die Festlegung der konkreten Form des eigenen Verhaltens (z.B. Fragen stellen, Zuhören, auf Anzeichen von Erregung bei sich und dem jeweiligen Gesprächspartner achten etc.).
Selbstüberwachung meint den Prozess, in dem das Auftreten bzw. Nicht-Auftreten des durch die Ziele definierten Verhaltens aufgezeichnet wird, und zwar nach den Aspekten "wann, wo, wie lang" etc.. Je nach angezielter Verhaltensweise eignen sich andere Systeme der Selbstüberwachung, deren Handhabung einen wichtigen Bestandteil jedes Volitions-Trainings darstellt. Die Teilnehmerinnen müssen lernen, ein für sie geeignetes Messinstrument zu wählen (z.B. Diagramme, Tagebücher, Verhaltensbeschreibungen etc.) und dies zeitlich und formal korrekt zu handhaben (besonders wichtig ist die Aufzeichnung möglichst unmittelbar nach Auftreten des Verhaltens). Solche Überwachungssysteme können entweder auf die Frequenz, die Dauer oder die Intensität von Verhaltensweisen ausgerichtet sein. Die Erfassung der Frequenz bietet sich v.a. bei solchen Handlungen an, die einen klaren Anfangs und Endpunkt aufweisen (z.B. Zahl von Telefongespräche mit einem Kunden), die Erfassung der Dauer empfiehlt sich dagegen bei variabel auftretenden, aber kontinuierlichen Handlungen (z.B. die Dauer der Vorbereitung von Projekten). Intensitätsmaße schließlich eignen sich in erster Linie für die Erfassung emotionaler Reaktionen oder Stimmungen (z.B. Gefühle im Rahmen von Besprechungen etc.) und lassen sich am besten über RatingskaIen aufzeichnen.
Damit wird der zentrale volitionale Aspekt der Umsetzungskompetenz trainiert. Die Teilnehmerinnen lernen, sich dann selbst zu belohnen, wenn sie ein angezieltes Verhalten realisiert haben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass jeder Teilnehmer Formen der Bekräftigung entwickelt, die für ihn persönlich bedeutsam sind. So kann sich der Manager aus dem Beispielfall nach jeder Interaktion mit Kollegen, in denen er eine unnütze Auseinandersetzung verhindert hat, mit der Erfüllung einer Aufgabe belohnen, die er besonders gern macht (andere Manager mögen andere Belohnungen schätzen). Im Prinzip kann Selbstbekräftigung auch darin bestehen, dass nach jedem Auftreten einer unerwünschten Verhaltensweise eine Bestrafung verabreicht wird. Allerdings zeigt eine Vielzahl von Untersuchungen, dass Selbstbestrafungen nicht so effizient sind wie Belohnungen und nur sehr schwer geeignete Formen zu finden sind: Selbstbestrafungen sollten hinlänglich aversiv sein, um das unerwünschte Verhalten zu unterdrücken, aber nicht so aversiv, dass sie nicht nicht angewendet werden.
Damit werden unterstützende Maßnahmen umschrieben. Gewöhnlich treffen die TeilnehmerInnen von Volitions-Trainings eine Abmachung mit sich selbst, wobei sie 1. die gesetzten Ziele, 2. die Handlungen zur Zielerreichung und 3. die Bedingungen für die Verabreichung von Selbstbelohnungen -bestrafungen festlegen. Solche Kontrakte sind eine wichtige Voraussetzung für die Implementierung von Selbstregulations-Programmen und sollen dabei helfen, die im Training festgelegten Schritte zu realisieren. Dadurch kann die Bindung an die Ziele erhöht werden, weshalb es unter Umständen günstig ist, wenn an der Überwachung des Kontrakts eine Person des Vertrauens teilhat.
Ein wesentliches Problem von Volitions-Trainings ist die Aufrechterhaltung der Programme. Das im Training Gelernte muss in die Praxis umgesetzt und solange beibehalten werden, bis sich die neuen Verhaltensweisen automatisiert haben. Zu diesem Zweck werden u.a. Probleme der Umsetzung bereits im Training analysiert und Strategien entwickelt, wie solche Probleme zu bewältigen sind. Die TeilnehmerInnen sollen riskante Situationen der Umsetzung gedanklich vorwegnehmen, das Vorgehen in solchen Situationen planen und geeignete Verhaltensweisen zur Bewältigung einüben.